31-07-21 09:46:00,

Eine Schande. Eine einzig große journalistische Schande. Die kommt zum Vorschein, wenn wir betrachten, was nicht wenige Medien und Journalisten in diesem Land seit März 2020 abgeliefert haben. Der Zombie-Journalismus ist Realität geworden.

Manch einer mag sich beim Lesen dieser Zeilen fragen, ob es nicht eine Nummer kleiner, zurückhaltender geht. Muss es denn gleich so ein martialisch klingender Begriff wie „Zombie-Journalismus" sein, wenn es darum geht, Medien für ihre „Berichterstattung" in der Pandemie zu kritisieren?

Wie wollte man diesen Fragen begegnen? Vielleicht so: Die Regierung rast — bildlich gesprochen — seit 18 Monaten mit dem Panzer über die Grundrechte und Journalisten ballern publizistisch jeden weg, der das Wort Grundrechte auch nur etwas zu laut ausspricht. Gerade redet ein Bündnis im Geiste, bestehend aus Politikern, Journalisten und Experten, ungeniert der Zweiteilung der unveräußerlichen Grundrechte das Wort — wie will man es sonst bezeichnen, wenn Geimpfte über Grundrechte verfügen dürfen und Ungeimpfte nicht? Diese Phalanx jedenfalls ist ganz vorne mit dabei, wenn es darum geht, Menschen vom öffentlichen Leben auszuschließen, die nicht so ganz damit einverstanden sind, dass der Staat mit der Spritze in ihren Körper eindringen möchte.

Journalisten und Medien müssten bei einer bisher in der Geschichte der Bundesrepublik beispiellosen Beschneidung der Grund- und Menschenrechte Zeter und Mordio schreien. Stattdessen applaudieren sie und versetzen die Bevölkerung in einen Zustand der Angst. Das ist die Realität. Das ist der Stand der Dinge. In Anbetracht dessen von Zombie-Journalismus zu sprechen, ist noch überaus höflich und zurückhaltend formuliert.

„Wer sich nicht impfen lässt, gefährdet andere. Das rechtfertigt staatliche Zwangsmaßnahmen", heißt es in der Unterzeile zur Überschrift in einem aktuellen Kommentar von Mark Schieritz auf Zeit Online.

So sieht Komplexitätsreduktion aus. Der ganze Komplex aus Grundrechtsfragen, einer zumindest in Sachen Sars-Cov-2 berechtigten Impfskepsis, sowie der persönlichen und gesellschaftlichen Gefahrenabwägungen einfach zusammengefasst in einem „Wer-der-Satz" samt anschließender Conclusio bestehend aus vier Wörtern. Und nein: Der Artikel selbst, der hinter einer Bezahlschranke ist, hat kaum mehr Substanz. Was ist nur aus der liberalen Zeit geworden?

Der Spiegel-Autor Nikolaus Blome äußerte unter der Überschrift „Impfpflicht! Was denn sonst?" auch seine Meinung:

„Ich hingegen möchte an dieser Stelle ausdrücklich um gesellschaftliche Nachteile für all jene ersuchen, die freiwillig auf eine Impfung verzichten. Möge die gesamte Republik mit dem Finger auf sie zeigen."

Und so ließe sich Beispiel für Beispiel aneinanderreihen,

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